Mobbing in der Pflege – Eine Betrachtung

Veröffentlicht von mobiler Pflegedienst am

Mobbing in der Pflege – Wenn Menschlichkeit Pause macht

Mobbing in der Pflege – Wenn Menschlichkeit Pause macht

Ein Kommentar über verletzte Würde, ganzheitliche Pflege und Kolleginnen, die dringend in den Spiegel schauen sollten.*

Pflege soll heilen – nicht zerstören

Pflegekräfte stehen für Empathie. Für Menschlichkeit. Für Nähe. Zumindest in der Theorie. In der Praxis sieht es oft anders aus: Giftige Teams, Tuscheln im Pausenraum, gezieltes Ausgrenzen, Bossing durch Vorgesetzte. Willkommen in der Welt, in der Pflegekräfte Pflegekräfte kaputtmachen.
Und bevor die Ersten wieder rufen: „Ach, das ist doch nur Spaß!“ – nein. Es ist nicht witzig. Es ist psychische Gewalt. Und diese Gewalt macht krank. Körperlich, seelisch, langfristig.

Mobber in der Pflege – eine kleine Botschaft an euch

Ja, genau an dich, der du gerade beim Lesen leise kicherst. Du, der du Informationen zurückhältst, Kolleginnen vor Patientinnen bloßstellst, Gerüchte streust und andere systematisch isolierst. Du bist nicht clever. Du bist nicht stark. Du bist Teil eines Problems, das Leben ruiniert.
Denn während du dich im Pausenraum für deine „coolen Sprüche“ feiern lässt, kämpft deine Kollegin vielleicht gerade mit Schlafstörungen, Angstattacken oder Suizidgedanken. Während du Listen führst, wer zur Kaffeepause darf und wer nicht, sitzt jemand allein in der Umkleide und fragt sich, ob er überhaupt noch dazugehört.
Herzlichen Glückwunsch! Du bist nicht Teamplayer. Du bist Teil der innerbetrieblichen Brandsatzleger.

Die perfiden Spielchen – und ihre Folgen

Mobbing in der Pflege läuft oft leise, aber gezielt. Ein kleiner Auszug aus der „Hitliste“:

  • Übergabe-Infos? Werden dir „versehentlich“ nicht gesagt.

  • Dienstpläne? Klar, du kriegst alle Wochenenden und Nachtschichten.

  • Sprüche über Aussehen, Herkunft, Sprache? Jeden Tag, immer wieder.

  • Patienten werden instrumentalisiert, damit dein Ruf leidet.

  • Vorgesetzte schauen weg – oder helfen sogar mit.
    Das Ergebnis? Pflegekräfte brechen zusammen. Wir verlieren Kolleg*innen nicht an Überlastung, sondern an Vergiftung. Wir verlieren Menschlichkeit, Teamgeist und ganzheitliche Pflege – und das in einem Beruf, der mehr denn je Menschlichkeit bräuchte.

Ganzheitliche Pflege beginnt im Team

Ganzheitliche Pflege bedeutet, Menschen in ihrer Gesamtheit wahrzunehmen – körperlich, psychisch, sozial. Wie bitte soll das gelingen, wenn wir uns im Team zerfleischen?
Wer in der Pflege arbeitet, trägt Verantwortung – nicht nur für Bewohnerinnen und Patientinnen, sondern auch füreinander. Ein vergiftetes Teamklima macht alle krank: Pflegekräfte, Patient*innen, Einrichtungen. Und es zerstört das, was Pflege sein sollte: Heilung, Würde, Menschlichkeit.

An die Führungskräfte: Hinschauen. Handeln. Jetzt.

Ja, auch ihr seid gemeint. Euer Job ist nicht nur Dienstpläne zu basteln und Budgets zu jonglieren. Euer Job ist es, Menschen zu schützen. Wenn ihr wegschaut, während Kolleg*innen systematisch fertiggemacht werden, dann seid ihr Teil des Problems. Eure gesetzliche Fürsorgepflicht endet nicht an der Bürotür. Supervision, klare Regeln, Sanktionen – das ist keine Option. Das ist Pflicht.

An die Betroffenen: Ihr seid nicht allein

Vielleicht liest du das gerade, weil du selbst betroffen bist. Du hast Angst, zur Arbeit zu gehen. Du fühlst dich isoliert. Dann hör mir bitte zu:
Du bist nicht schuld.
Du bist nicht „zu empfindlich“.
Du bist nicht das Problem.
Hol dir Hilfe:

  • Dokumentiere alles

  • Rede mit Kolleg*innen, denen du vertraust

  • Wende dich an Betriebsrat, Gewerkschaften oder externe Beratungsstellen

  • Zieh Grenzen, auch wenn’s schwerfällt

  • Und wenn nötig: Wechsel das Umfeld. Nicht dich.

Schlussgedanke

Pflege soll heilen. Aber wie soll das gehen, wenn wir uns gegenseitig die Luft zum Atmen nehmen? Wenn wir mobben, statt zu unterstützen? Wenn wir verletzen, statt zu helfen?
An alle Mobber: Hört auf, den Beruf kaputtzumachen, den ihr angeblich liebt. Oder verlasst ihn. Denn Menschlichkeit in der Pflege ist keine Option – sie ist Pflicht.

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