Druck wirkt auf das Gewebe
Das Körpergewicht belastet eine begrenzte Fläche, beispielsweise am Kreuzbein, an den Fersen, Hüften oder Ellenbogen.
Pflegewissen · Haut und Dekubitus
Gefährdete Hautstellen erkennen, Druck wirksam reduzieren und die vorhandene Beweglichkeit gezielt fördern.
Ein Dekubitus kann entstehen, wenn über längere Zeit Druck auf empfindliche Körperstellen einwirkt und das Gewebe nicht mehr ausreichend durchblutet wird. Besonders gefährdet sind Menschen, die ihre Position nur eingeschränkt oder gar nicht selbstständig verändern können.
Eine wirksame Dekubitusprophylaxe beginnt deshalb mit einer individuellen Risikoeinschätzung. Beweglichkeit, Hautzustand, Erkrankungen, Ernährung, Flüssigkeitsversorgung und persönliche Gewohnheiten müssen gemeinsam betrachtet werden.
Dieser Fachbeitrag zeigt, wie Druckentlastung, Positionswechsel, Mobilisation und sorgfältige Hautbeobachtung sinnvoll miteinander verbunden werden. Pflegekräfte und pflegende Angehörige erfahren außerdem, welche Veränderungen fachlich abgeklärt werden sollten.
Praxiswissen für Pflegekräfte und pflegende Angehörige
Grundlagen verstehen
Ein Dekubitus ist eine örtlich begrenzte Schädigung der Haut oder des darunterliegenden Gewebes. Häufig entsteht sie über einem Knochenvorsprung, wenn dort über längere Zeit Druck oder eine Kombination aus Druck und Scherkräften wirkt.
Entscheidend ist nicht allein, wie stark der Druck ist. Auch seine Dauer, der Zustand des Gewebes und die Fähigkeit zur selbstständigen Positionsveränderung beeinflussen das Risiko.
Deshalb kann keine starre Umlagerungszeit für alle Menschen gelten. Abstände und Maßnahmen müssen individuell geplant und anhand von Hautzustand, Beweglichkeit und Verträglichkeit überprüft werden.
Eine sichtbare Rötung ist nicht zwangsläufig der Beginn der Schädigung. Veränderungen können sich auch in tieferen Gewebeschichten entwickeln. Auffällige Hautstellen dürfen deshalb nicht kräftig massiert oder vorschnell als harmlos eingeordnet werden.
Das Körpergewicht belastet eine begrenzte Fläche, beispielsweise am Kreuzbein, an den Fersen, Hüften oder Ellenbogen.
Kann die betroffene Person ihre Position nicht ausreichend verändern, bleibt das Gewebe über einen längeren Zeitraum belastet.
Die Versorgung des belasteten Bereichs kann beeinträchtigt werden. Ohne wirksame Entlastung können Haut und tiefer liegendes Gewebe Schaden nehmen.
Individuelles Dekubitusrisiko
Ein Dekubitusrisiko lässt sich nicht allein am Alter oder an einer einzelnen Erkrankung festmachen. Entscheidend ist vor allem, ob ein Mensch belastete Körperstellen selbstständig und rechtzeitig entlasten kann. Weitere gesundheitliche und pflegerische Faktoren müssen individuell einbezogen werden.
Die betroffene Person kann ihre Position im Bett oder im Sessel nicht ausreichend verändern oder benötigt dafür umfassende Unterstützung.
Druck, Schmerzen oder unangenehme Positionen werden nicht zuverlässig wahrgenommen, mitgeteilt oder durch eine eigene Bewegung beantwortet.
Erkrankungen, eine beeinträchtigte Durchblutung oder ein insgesamt geschwächter Gesundheitszustand können die Belastbarkeit des Gewebes vermindern.
Feuchtigkeit, Reibung, Scherkräfte, ungeeignete Hilfsmittel oder medizinische Geräte können gefährdete Hautbereiche zusätzlich beanspruchen.
Kann die Person eine belastende Position selbst erkennen und verändern? Wenn dies nicht oder nur eingeschränkt möglich ist, müssen Risiko, Hautzustand und notwendige Entlastungsmaßnahmen pflegefachlich beurteilt und regelmäßig überprüft werden.
Druckgefährdete Körperbereiche
Gefährdet sind vor allem Körperstellen, an denen Knochen dicht unter der Haut liegen. Welche Bereiche belastet werden, hängt von der jeweiligen Position, den verwendeten Hilfsmitteln und der individuellen Körperhaltung ab.
Auch Hilfsmittel und medizinische Geräte können Druck verursachen. Deshalb sollten beispielsweise Masken, Schläuche, Katheter, Schienen, Strümpfe und Fixierungen bei der Hautbeobachtung berücksichtigt werden.
Vorbeugende Maßnahmen
Dekubitusprophylaxe besteht nicht aus einer einzelnen Maßnahme. Bewegung, individuell geplante Positionsveränderungen, geeignete Hilfsmittel, Hautbeobachtung und die Behandlung gesundheitlicher Belastungen müssen sinnvoll ineinandergreifen.
Vorhandene Fähigkeiten werden genutzt und unterstützt. Dazu gehören kleine Gewichtsverlagerungen, Positionskorrekturen, Aufstehen, Umsetzen und kurze Bewegungsphasen.
Grundsatz: So viel Eigenaktivität wie möglich und so viel Unterstützung wie notwendig.
Kann sich ein Mensch nicht ausreichend selbst bewegen, werden regelmäßige und nachvollziehbar geplante Positionsveränderungen notwendig.
Wichtig: Die Abstände richten sich nach Risiko, Hautzustand, Unterlage, Aktivität, Beschwerden und Verträglichkeit – nicht nach einem starren Zeitschema.
Gefährdete Bereiche werden vollständig oder teilweise entlastet. Dabei können angepasste Lagerungen, Freilagerungen und eine veränderte Sitz- oder Liegeposition eingesetzt werden.
Fersen, Kreuzbeinregion und andere Knochenvorsprünge benötigen besondere Aufmerksamkeit.
Druckverteilende Matratzen, Sitzkissen oder Positionierungshilfen werden passend zur individuellen Situation ausgewählt und korrekt angewendet.
Keine Hilfsmittellösung ersetzt Bewegung und Hautbeobachtung. Auch auf einer Spezialmatratze bleiben Positionsveränderungen häufig erforderlich.
Gefährdete Hautbereiche werden regelmäßig betrachtet. Feuchtigkeit, Falten, Reibung, Scherkräfte und Druck durch Kleidung oder medizinische Geräte werden möglichst reduziert.
Die Haut wird schonend gereinigt und entsprechend ihrem Zustand gepflegt. Auffällige Stellen werden nicht kräftig massiert.
Schmerzen, Schwäche, Mangelernährung, Flüssigkeitsmangel, Durchblutungsstörungen oder akute Erkrankungen können Bewegung und Gewebebelastbarkeit beeinflussen.
Diese Faktoren werden fachlich beziehungsweise medizinisch beurteilt und bei der individuellen Maßnahmenplanung berücksichtigt.
Jede Maßnahme wird daraufhin überprüft, ob die gefährdete Körperstelle tatsächlich entlastet ist, die Position toleriert wird und keine neuen Druckstellen, Schmerzen oder Einschränkungen entstehen.
Praktisches Vorgehen
Eine Positionsveränderung soll belastete Körperbereiche entlasten, ohne an anderer Stelle neuen Druck, Schmerzen oder Unsicherheit zu erzeugen. Deshalb beginnt sie mit einer kurzen Einschätzung und endet mit einer Kontrolle der neuen Position.
Die pflegebedürftige Person wird nach Möglichkeit einbezogen. Eigene Bewegungen, Wünsche und vertraute Bewegungsabläufe können die Durchführung erleichtern und die Selbstständigkeit erhalten.
Die Unterschiede zwischen 30-Grad-, 90-Grad- und 135-Grad-Lagerung erklären wir auf einer eigenen Fachseite mit praktischen Hinweisen.
Lagerungsformen verständlich erklärtBei Schmerzen, Bewegungseinschränkungen, frischen Operationen, Lähmungen, instabilen Verletzungen oder medizinischen Zugängen muss die geeignete Vorgehensweise pflegefachlich beziehungsweise medizinisch geklärt werden.
Aktuelle Position, Beweglichkeit, Schmerzen, gefährdete Hautstellen, vorhandene Hilfsmittel sowie Schläuche und medizinische Zugänge werden berücksichtigt.
Die betroffene Person erfährt, was geplant ist und welche Bewegung sie selbst übernehmen kann. Unsicherheit, Angst und Schmerzen werden ernst genommen.
Der Positionswechsel erfolgt kontrolliert und möglichst ohne Ziehen über die Unterlage. Reibung und Scherkräfte werden durch eine geeignete Technik reduziert.
Kissen und Positionierungshilfen werden so eingesetzt, dass gefährdete Bereiche entlastet sind und keine harten Kanten, Falten oder zusätzlichen Druckstellen entstehen.
Abschließend werden Körperhaltung, Haut, Atmung, Schmerzen, Wohlbefinden und Erreichbarkeit notwendiger Gegenstände überprüft. Beobachtungen werden dokumentiert und weitergegeben.
Hautbeobachtung
Gefährdete Hautbereiche werden regelmäßig und bei relevanten Pflegesituationen aufmerksam betrachtet. Dabei reicht es nicht, nur nach einer roten Stelle zu suchen. Auch Temperatur, Gewebefestigkeit, Beschwerden und Feuchtigkeit liefern wichtige Hinweise.
Auf neue Rötungen, ungewöhnliche Verfärbungen sowie deutliche Unterschiede zur umgebenden Haut achten.
Eine auffällige Stelle kann wärmer oder kühler als das benachbarte Gewebe erscheinen.
Verhärtungen, Schwellungen oder ungewöhnlich weiche und schwammige Bereiche werden ernst genommen.
Schmerzen, Brennen, Jucken, Druckgefühl oder Berührungsempfindlichkeit können auf eine Gewebebelastung hinweisen.
Feuchtigkeit, Blasen, Abschürfungen, Einrisse oder offene Stellen müssen beschrieben, entlastet und fachlich beurteilt werden.
Die betroffene Stelle wird sofort vom Druck entlastet. Zeitpunkt, Körperstelle, Aussehen, Beschwerden und bereits durchgeführte Maßnahmen werden dokumentiert und an eine Pflegefachkraft beziehungsweise die zuständige medizinische Stelle weitergegeben.
Bei dunkleren Hauttönen kann eine druckbedingte Veränderung weniger deutlich als klassische Rötung sichtbar sein. Temperaturunterschiede, Verhärtungen, Schwellungen, Schmerzen und Veränderungen des Farbtons sind deshalb besonders wichtig.
Typische Fehler
Fehler entstehen häufig durch starre Routinen, ungeeignete Hilfsmittel oder Maßnahmen, die nicht ausreichend an die aktuelle Situation angepasst werden. Entscheidend ist eine individuelle, überprüfbare und fachlich begründete Vorgehensweise.
Ein festes Schema berücksichtigt weder Hautzustand noch Beweglichkeit, Unterlage, Beschwerden oder individuelle Drucktoleranz.
Zeitpunkt und Art der Positionsveränderung werden anhand des Risikos, der Hautbeobachtung und der Reaktion der betroffenen Person geplant und angepasst.
Reiben, Kneten oder Massieren kann bereits belastetes Gewebe zusätzlich schädigen.
Die Stelle wird beobachtet, beschrieben und bei anhaltender oder unklarer Veränderung pflegefachlich beurteilt.
Unkontrolliertes Ziehen kann Reibung und Scherkräfte erzeugen und gefährdete Hautbereiche zusätzlich belasten.
Geeignete Bewegungstechniken und Hilfsmittel reduzieren unnötige Reibung und ermöglichen eine körpernahe Unterstützung.
Eine druckverteilende Unterlage verhindert nicht automatisch jede Gewebebelastung und ersetzt keine regelmäßige Beobachtung.
Unterlage, Eigenbewegung, Positionswechsel, Hautbeobachtung und Beschwerden werden gemeinsam betrachtet.
Ringkissen oder improvisierte Unterlagen können Druck auf eine kleine Fläche verlagern und die Gewebebelastung erhöhen.
Hilfsmittel werden nach fachlicher Einschätzung ausgewählt, korrekt positioniert und anschließend auf ihre Wirkung kontrolliert.
Merksatz: Eine Maßnahme ist nicht allein deshalb geeignet, weil sie häufig verwendet wird. Entscheidend ist, ob sie bei diesem Menschen tatsächlich Druck reduziert, Bewegung unterstützt und keine neue Belastung erzeugt.
Dokumentation und Weitergabe
Eine aussagekräftige Dokumentation zeigt, welches Risiko besteht, welche Maßnahmen durchgeführt wurden und wie Haut und Wohlbefinden darauf reagiert haben. Sie ermöglicht es, Veränderungen früh zu erkennen und den Maßnahmenplan begründet anzupassen.
10:15 Uhr: Frau M. mit Anleitung und Unterstützung von der Rückenlage in eine entlastende 30-Grad-Seitenposition rechts gebracht. Linke Ferse frei positioniert. Haut am Kreuzbein vollständig intakt, keine neue Verfärbung oder Schwellung. Frau M. verneint Schmerzen und beschreibt die Position als angenehm. Positionierungshilfen ohne Falten oder harte Kanten. Erneute Hautkontrolle entsprechend der individuellen Maßnahmenplanung.
Beobachtung, genaue Körperstelle, Zeitpunkt, Beschwerden, Entlastungsmaßnahme und bisherige Entwicklung werden konkret beschrieben. Vermutungen oder unklare Aussagen werden vermieden.
Das Beispiel dient ausschließlich der Veranschaulichung. Die tatsächliche Dokumentation richtet sich nach der individuellen Versorgungssituation und den geltenden Vorgaben der Einrichtung beziehungsweise des Pflegedienstes.
Aussagen wie „Haut in Ordnung“, „gut gelagert“ oder „keine Besonderheiten“ sind allein zu ungenau. Beobachtbare Merkmale, konkrete Maßnahmen und Reaktionen sind aussagekräftiger.
Fachliche und medizinische Hilfe
Eine neue Hautveränderung lässt sich nicht immer sicher durch bloßes Anschauen beurteilen. Bei Unsicherheit, zunehmenden Beschwerden oder einer offenen Stelle ist eine zeitnahe pflegefachliche beziehungsweise medizinische Einschätzung erforderlich.
Eine auffällige Hautstelle darf nicht weiter belastet werden. Das gilt auch dann, wenn noch keine offene Wunde sichtbar ist.
Belastung beenden, Hautstelle beobachten, Veränderungen dokumentieren und nicht massieren.
Eine pflegefachliche Einschätzung ist notwendig, wenn Ursache, Ausmaß oder geeignete Entlastungsmaßnahmen nicht eindeutig sind.
Beobachtungen konkret weitergeben und Risiko, Positionierungsplan sowie Hilfsmittel überprüfen lassen.
Offene oder deutlich fortschreitende Veränderungen benötigen eine medizinische beziehungsweise wundfachliche Beurteilung.
Stelle weiterhin entlasten und zeitnah die behandelnde Praxis oder zuständige medizinische Stelle kontaktieren.
Bei Bewusstseinsstörungen, Kreislaufzusammenbruch, schwerer Atemnot oder einer anderen unmittelbar bedrohlichen Situation wird unabhängig von der Hautveränderung der Notruf 112 verständigt.
Aus der Pflegepraxis
Im Pflegealltag wird Dekubitusprophylaxe häufig mit regelmäßigem Umlagern gleichgesetzt. Das greift zu kurz. Entscheidend ist zunächst, ob sich ein Mensch selbst bewegen kann, welche Körperstellen tatsächlich belastet sind und wie Haut und Gewebe auf diese Belastung reagieren.
Eine Position kann fachlich korrekt aussehen und trotzdem ungeeignet sein, wenn sie Schmerzen verursacht, die Atmung erschwert oder an anderer Stelle neuen Druck erzeugt. Deshalb muss nach jeder Positionsveränderung kontrolliert werden, ob sie die gewünschte Entlastung erreicht und von der betroffenen Person toleriert wird.
Ebenso wichtig ist die Beteiligung des pflegebedürftigen Menschen. Kleine Eigenbewegungen, Gewichtsverlagerungen und vertraute Bewegungsabläufe sollten nicht vorschnell übernommen werden. Sie unterstützen nicht nur die Druckentlastung, sondern erhalten auch Selbstständigkeit und Körperwahrnehmung.
Hilfsmittel können die Versorgung deutlich verbessern. Sie müssen jedoch passend ausgewählt, korrekt eingesetzt und regelmäßig auf ihre Wirkung kontrolliert werden. Eine Spezialmatratze ersetzt weder Bewegung noch aufmerksame Hautbeobachtung.
„Nicht der Lagerungsplan schützt die Haut, sondern die Maßnahme, die beim einzelnen Menschen tatsächlich Druck reduziert und regelmäßig überprüft wird.“
Anette Pelzer Examinierte Altenpflegerin · Qualitätsmanagerin im Sozialwesen · langjährige Leitungserfahrung in der Pflege
Zum ProfilDie Praxiseinschätzung ersetzt keine individuelle Risikobeurteilung, Pflegeplanung, ärztliche Beurteilung oder praktische Anleitung am pflegebedürftigen Menschen.
Häufig gestellte Fragen
Die folgenden Antworten geben eine allgemeine Orientierung. Die konkrete Versorgung richtet sich immer nach dem individuellen Risiko, dem Hautzustand und der pflegefachlichen beziehungsweise medizinischen Einschätzung.
Dafür gibt es kein für alle Menschen gültiges Zeitintervall. Die Abstände richten sich unter anderem nach Beweglichkeit, Hautzustand, Risiko, verwendeter Unterlage, Schmerzen und Verträglichkeit. Die Wirkung der Maßnahmen muss regelmäßig kontrolliert und der Plan bei Bedarf angepasst werden.
Nein. Eine druckverteilende Matratze kann die Gewebebelastung reduzieren, ersetzt aber weder Eigenbewegung noch Hautbeobachtung. Ob und in welchen Abständen zusätzliche Positionsveränderungen notwendig sind, wird individuell beurteilt.
Nein. Eine auffällige oder gerötete Stelle wird nicht gerieben, geknetet oder kräftig massiert. Sie muss vom Druck entlastet, beobachtet und bei anhaltender Veränderung pflegefachlich beurteilt werden.
Die Ferse kann vollständig von der Unterlage freigestellt werden, indem der Unterschenkel fachgerecht unterstützt wird. Dabei dürfen weder Kniekehle noch Achillessehne oder andere Bereiche durch harte Kanten belastet werden. Die konkrete Durchführung sollte praktisch angeleitet und anschließend kontrolliert werden.
Feuchtigkeit allein ist nicht die eigentliche Ursache eines Dekubitus. Sie kann die Haut jedoch aufweichen und ihre Widerstandsfähigkeit gegenüber Druck, Reibung und Scherkräften vermindern. Feuchtigkeitsbedingte Hautschäden müssen zudem von druckbedingten Veränderungen unterschieden werden.
Mangelernährung und Flüssigkeitsmangel können den allgemeinen Gesundheitszustand, die Beweglichkeit und die Belastbarkeit des Gewebes beeinträchtigen. Auffälligkeiten werden fachlich abgeklärt. Nahrungsergänzungen oder Trinkmengen sollten nicht ohne individuelle Beurteilung festgelegt werden.
Die pflegefachliche Risikoeinschätzung gehört in die Hände einer entsprechend qualifizierten Pflegefachkraft. Pflegende Angehörige und weitere beteiligte Personen liefern wichtige Beobachtungen und sollten Veränderungen der Beweglichkeit oder Haut zeitnah weitergeben.
Nein. Offene Hautstellen können unterschiedliche Ursachen haben, beispielsweise Feuchtigkeit, Reibung, Verletzungen oder Durchblutungsstörungen. Die Ursache und notwendige Behandlung müssen pflegefachlich beziehungsweise medizinisch beurteilt werden.
Bei einer neuen Hautveränderung gilt: Druck entlasten, die Stelle konkret beschreiben und bei Unsicherheit frühzeitig fachlichen Rat einholen.
Quellen und fachliche Grundlage
Der Beitrag wurde auf Grundlage pflegefachlicher Standards, öffentlicher Gesundheitsinformationen und internationaler Empfehlungen zur Prävention von Druckschädigungen erstellt.
Zweite Aktualisierung aus dem Jahr 2017 mit Informationen zum Projektverlauf, zur Veröffentlichung und zu den begleitenden Auditinstrumenten.
Allgemeinverständliche Gesundheitsinformation zu Entstehung, gefährdeten Körperstellen, Vorbeugung und medizinischer Behandlung eines Dekubitus.
Orientierung für die häusliche Pflege mit Hinweisen zur Vermeidung von Druckgeschwüren bei eingeschränkter Beweglichkeit.
Internationale evidenzbasierte Empfehlungen zu Risikoeinschätzung, Hautbeobachtung, Mobilisation, Positionswechseln und druckverteilenden Unterlagen.
Expertenstandard aus dem Jahr 2024 zur pflegerischen Einschätzung, Erhaltung und Förderung einer möglichst intakten Haut.
Der Text wurde für Pflegekräfte und pflegende Angehörige allgemeinverständlich aufbereitet. Medizinische und pflegefachliche Zusammenhänge wurden zusammengefasst, ohne eine individuelle Beurteilung oder praktische Anleitung zu ersetzen.
Quellen zuletzt geprüft: 26. August 2026
Die Informationen auf dieser Seite dienen der allgemeinen Orientierung. Bei einer bestehenden Hautveränderung, einer offenen Wunde, starken Schmerzen oder einer deutlichen Verschlechterung des Allgemeinzustandes ist eine individuelle pflegefachliche beziehungsweise medizinische Beurteilung erforderlich.
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Wirksame Vorbeugung beginnt mit der Frage, ob ein Mensch gefährdete Körperbereiche selbstständig entlasten kann. Darauf bauen Bewegungsförderung, individuelle Positionsveränderungen, geeignete Hilfsmittel und regelmäßige Hautbeobachtung auf.
Veränderungen werden nicht nach einem starren Schema behandelt. Entscheidend ist, wie Haut, Gewebe und die pflegebedürftige Person auf eine Maßnahme reagieren.
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